Mediabeiträge

DECKUNG! ES WIRD PEINLICH!

1. Februar 2006

Chef sein ist fein…
So, jetzt ist mal richtig viel Phantasie und Abstraktionsfähigkeit von Euch gefordert. Bitte lest nur weiter, wenn Ihr dazu ernsthaft, ernsthaft in der Lage seid.

Okay. Stellt Euch vor, Chef zu sein. „Chef von was„, fragt Ihr Euch? Egal. Chef ist Chef. Und nun stellt Euch vor, dass Ihr Euer Auto verkaufen wollt. Klar, Ihr seid ja Chef, also ist Euer Auto automatisch ein „Chef-Fahrzeug“ – schon allein wegen der Ledersitze. Und als solches wird es dann auch angepriesen.
Da wir dieses Dokument des sozialen Scheiterns selbst aufgenommen haben, können wir Euch noch die Zusatzinformation liefern, dass besagtes Auto ein 3er BMW Kombi war. Es spricht also einiges dafür, dass der Verkäufer dieser Aufsteigerschleuder Chef eines Import-Export Unternehmens für gebrauchte Mobiltelefone ist.

Wir fragen Euch aufrichtig: Haben wir irgendwas verpasst? Sind wir bedeutend anders als andere Menschen? Oder warum finden wir dieses Schild so unfaßbar arm und peinlich, dass wir fast schon Mitleid mit dem Verfasser empfinden?

Wir verstehen ja, das es verkaufstaktisch gesehen immer vorteilhaft ist, das zu handelnde Gut ein wenig in seinem Wert zu überhöhen. Jedoch haben wir den Typ, um den es hier geht, desöfteren persönlich auf der Straße gesehen. Wir haben nie ein Wort mit ihm gesprochen, sind uns jedoch ob seiner Art sicher, dass er es ernst meint.
Aber wir sind gute Menschen mit Herzen aus purem Gold. Deshalb werden wir dem Anfänger eines der Fahrzeuge aus unserem ministerialen Fuhrpark zur Verfügung stellen. Damit er mal sieht, wie echte Chef-Fahrzeuge aussehen… Lieb von uns, oder?

MINISTERIUM INVESTIGATIV!

31. Januar 2006

Wie immer an der Quelle der Wahrheit…
Skandaloid deckt erneut. Und schon wieder auf! Durch unsere unglaublichen Verbindungen tief in alle Regierungen und Untergrundorganisationen dieser Welt sind wir mal wieder an ein filmisches Dokument der Schlimmerheitsklasse B geraten.

Die ein oder anderen unter Euch werden sich noch an einen unangenehmen atomaren Zwischenfall in einem kleinen Kaff namens Tschernobyl in den 80er Jahren erinnern. Richtig, das war als wir alle nicht mehr draussen spielen durften, Pilze im Wald plötzlich *bääh* waren und Mütter anfingen, unglaubliche Essensvorräte im Keller anzulegen. Unsere Mutter zumindest. Bis heute ist nie wirklich vollständig geklärt worden, was die wahre Ursache dieses Unfalls war. Richtig. Bis heute…

Unser brisantes Dokument wurde genau 23 Minuten nach der Kernschmelze in Block 4 von russischen Lokal-TV Reportern aufgenommen und zeigt ein Interview mit dem verantwortlichen Chefingenieur. Es wurde jedoch nie gesendet. Vielmehr verschwanden alle Beteilligten unter mysteriösen Umständen kurz danach. Auch wir fürchten nun um unser Leben, sind dieses Gefühl als Veteranen der Gefahrenverachtung jedoch gewohnt und halten diesem Druck problemlos stand. Wir haben einen Übersetzer engagiert, um das Interview für uns verständlich zu machen. Dieser wurde gestern von einem 7.5 Tonner überfahren. Auf der Toilette. Zufall? Egal, Hauptsache ist, dass er fertig wurde. Nicht mit seiner Sitzung, aber mit der Übersetzung, die wir Euch nun präsentieren:

Chefingenieur Milenko A.:
Wir bedauern dieses Zwischenfall außerordentlich, können jedoch vollkommen ausschließen, dass es sich um einen Fall von menschlichem Versagen handelt. Da können Sie ganz beruhigt und sicher sein.

Reporterin Evelyna Hahnikowa:
Uns liegen Informationen vor, dass mehrere betrunkene Kraftwerksangestellte versucht haben, durch Überkreuz-Pinkeln Brennstäbe zu treffen und dies der Auslöser der Katastrophe war!

Chefingenieur Milenko A.:
Das ist bösartige Propaganda von westlichen Geheimdienstlern mit kleinen Geschlechtsteilen. Wir arbeiten jederzeit professionell und können das von Ihnen geschilderte Szenario mit Sicherheit ausschließen. Klar?

Reporterin Evelyna Hahnikowa:
Es hieß, die Angestellten seien so volltrunken gewesen, dass sie sich vor Freude über den Brennstab-Treffer gegenseitig Schoko-Torten in die Gesichter geworfen hätten. Wollen Sie das etwa auch abstreiten?

Chefingenieur Milenko A.:
Da sehen Sie doch schon, wie absurd die Vorwürfe sind. Oder erkennen Sie hier irgendwo einen Betrunkenen mit Schoko-Torte im Gesicht?

Reporterin Evelyna Hahnikowa:
Ja. Schon…

Chefingenieur Milenko A.:
Ach was, gleich nicht mehr… ;)

Für alle, die nicht auf die Idee gekommen sind, das Bild anzuklicken, hier nochmal die Kinderleicht-Variante zum >> Download (ca. 2.2 MB)

SICHERHEITSHALBER!

31. Januar 2006

Gute Idee, machen wir auch so! [sic-PA]
Zuerst haben wir uns noch echauffiert, als wir dieses Bild sahen. In unseren Köpfen spukten schon die ersten Worte der Vernichtung herum. Wir wollten uns aufregen. Wir wollten anprangern. Wir wollten uns darüber auslassen, wie bescheuert man eigentlich sein muss, um ein solches Spielzeug für Kinder auf den Markt zu bringen.
Russisches Roulette für „unsere“ Kleinen? Was, wenn so ein kleiner süßer Hosenmatz eines Tages auf die Idee kommt, das tolle Spiel aus seiner Kindheit mit einer echten Knarre nachzustellen? Skandalös! Bar jeder Vernunft! Komplett unverantwortlich und ohne jede Berücksichtigung ethischer Werte. Und damit zu 100% bei uns am richtigen Platz. Wie gemacht für das Ministerium für Schlimmerheit.

Aber dann haben wir uns das Bild genauer angeschaut. Haben eine Zigarette geraucht und einen Kaffee getrunken. Sind ein bisschen in uns gegangen. Und plötzlich erschien uns die Idee gar nicht so schlecht. Schaut Euch doch mal die Hackfresse auf dem Bild an und überlegt: Welche Sorte Eltern schenkt seinen Kindern wohl so ein Spielzeug? Welche Sorte Kind ist dämlich genug, das Ganze mit einer echten Schußwaffe nachzuspielen? Na? Macht es Klick? Seien wir ehrlich: Nur Schwachmaten und Patschnaßgeräte [sic-PA] finden an diesem Ding Freude. Und wäre es wirklich so schade, wenn da mal was – äh – schieflaufen würde? Den Rest überlassen wir Eurer kranken Phantasie. Unsere kennt Ihr ja schon…

Bildeinsendung von: Jérôme P.