Das Intimhörspiel
Es gibt diesen puschigen Spruch, der seit Jahren kursiert – Würde man die Pornographie aus dem Internet verbannen, so bliebe nur eine einzige Seite übrig. Und deren Titel wäre: „Bring back the Porn!“. Da ist einiges dran. Wie damals beim VHS System, so hat später die Sexindustrie den Durchbruch des Internets um einiges beschleunigt. Und auch heute noch heissen die meisten Frauen im Netz mit Nachnamen bevorzugt JPG oder GIF. Das müssen zwei große Familien von naturgeilen Schneckchen [sic-PA] sein.
Und so sitzt der durchschnittliche Internetuser vor seiner allerliebsten Porno-Seite, die Flinte im Anschlag, und fragt sich betroffen, wo wohl Mutti und Vati damals ihre erotischen Anregungen herbekamen…
Die Antwort ist ganz einfach:
Sie lauschten Isabelle und ihren betörend anregenden Intimhörspielen, die Papi von der Butterfahrt nach Dänemark mitgebracht oder heimlich im Versandhandel für Ehehygiene bestellt hatte. Da wurden die Kinder übers Wochenende zu Oma geschickt, Papi legte in freudiger Erwartung und mit vor Wollust zitternden Händen die sorgsam im Kleiderschrank (unter den Pullovern) versteckte Schallplatte auf den Kofferspieler und Mutti konnte was erleben. Dann wurde getigert! [sic-PA] Lernt Eure Eltern besser kennen und fragt Vati mal nach der wollüstigen Isabelle! Wenn Mutti im Hintergrund verstohlen kichert, war es ein Volltreffer… Vorausgesetzt, Eure Vornamen sind nicht Kevin oder Justin und Eure Eltern sind über 60.
aus dem Schrank hervorgekramt von: Gregolina von Strebsam
…und hier das Intimhörspiel zum Download (2.2 MB)
Trocknung zum Nulltarif…
Wir sind glücklich und dankbar für die hohe Anzahl an schlimmen Dokumenten, die uns in der letzten Zeit untergekommen sind. Wir schwelgen sozusagen im Rausch der Schlimmerheit und unsere Glückssträhne scheint nicht enden zu wollen. Für Menschen wie uns sieht so der Himmel aus…
Also, was haben wir heute? Einen Brief. Geschrieben von einer Mieterin an ihren Vermieter. Für seine Echtheit können wir uns verbürgen, denn er ist uns eigenhändig zugegangen. Ja, da staunt Ihr – Die Ministerialen sind Grundbesitzer. Wer hätte das gedacht. Dieses Schreiben ist ein semantischer Traum, der sich in Stil und merkbefreiter Dreistigkeit nahtlos einreiht in unsere skandalöse Kette von:
Dem handtätowierten Weckerignorierer
Frau S. und der Frage, wie sie bitte schön auf’s Dach kommt
Frau Susi – Zu Lüge [sic] gezwungen
Worum geht es vorliegend? Der Theo schwitzt nachts viel. Danke für die Information – Jetzt fühlen wir uns besser. Und der Theo hat gesagt, dass ein Trockner nicht nötig ist. Wofür auch? Monsieur und Madame trocknen ihre Wäsche ja mithilfe von sechs (!) elektrischen Heizkörpern, die bei 2-6 Wäschetrommeln am Tag vermutlich 24/7 in Betrieb sind. Aber gut, wer viel Stofftücher aus Stoff (Herrlich, das ist wie Amerikaner aus Amerika) benutzt, der muss viel waschen. Und, bitte: Wo ist der Zusammenhang zwischen den Heizkörpern und der Stromrechnung? Die Dinger laufen doch elektrisch, was hat das mit Strom zu tun? Können wir nachvollziehen. Und manchmal sind Dinge schwer zu verstehen, so zwischen „Tür und Angeln“. Sehen wir ebenfalls ein. Doch eins verstehen wir absolut nicht: Nur weil Ihr es schlichtweg nicht kapiert – Warum sollen wir uns darum kümmern? Das wäre doch mal eine Erklärung wert! Aber die seid Ihr uns ja mal wieder schuldig geblieben. Wie die Miete des letzten Monats. Aber egal – Wir haben’s ja. Vermieter sein ist fein…
Kopie auch in unseren Unterlagen und gewohnt verbindlichst [sic-PA],
Euer team|skandaloid.com
Soldaten zu Zugvögeln
Zur Sonne, zur Freiheit. Es wurde viel darüber diskutiert, wie man das Heer unserer tapferen und aufrechten Verteidiger entschlacken könne. Wie Kosten eingespart und die Effizienz erhöht werden könnten. Brutale Einschnitte, die Schließung von Kasernen und die Ausrüstung der Soldatos mit Steinschleudern waren im Gespräch.
Unser Redaktionspalast liegt mitten in der Altstadt einer großen deutschen Garnisons-Stadt. Daher haben wir einen echten Bezug zu den Menschen, die im Ernstfall netterweise für uns sterben. Spätestens, wenn es wieder Sold gab und grölend-besoffenes Stiefelträgervolk durch die Kneipen vor unseren Schlafgemächern zieht, spüren wir diesen Bezug hautnah. Und in solchen Momenten können wir die neuen, noch geheimen Pläne der Bundesregierung nur gutheißen.
Dort plant man nämlich, überschüssiges Rekrutenmaterial kostensensitiv und nutzenmaximiert in Marschflugkörper umzuwandeln. Kanonenfutter waren die Buben ohnehin schon und so machen sie dem Namen endlich soldatisch alle Ehre. Man sieht den Stolz und die freudige Anspannung in ihren Augen: Schon bald werden sie neben dem Swimming-Pool eines Diktators einschlagen oder an die Wände eines Unterdrücker-Bunkers klatschen. Für die Freiheit. Für eine gerechtere Weltordnung. Für einen kleineren Verteidigungshaushalt. Wir sind ja traditionell regierungskritisch. Egal, wer gerade das Ruder in der Hand hält. Aber dieses Mal haben selbst wir notorischen Nörgler nichts zu meckern. Gute Idee, machen wir auch so. [sic-PA] Denn wenn gut, dann immer weiter! [sic-PA]