Mediabeiträge

DER THEO SCHWITZT VIEL!

25. Januar 2006

Trocknung zum Nulltarif…
Wir sind glücklich und dankbar für die hohe Anzahl an schlimmen Dokumenten, die uns in der letzten Zeit untergekommen sind. Wir schwelgen sozusagen im Rausch der Schlimmerheit und unsere Glückssträhne scheint nicht enden zu wollen. Für Menschen wie uns sieht so der Himmel aus…

Also, was haben wir heute? Einen Brief. Geschrieben von einer Mieterin an ihren Vermieter. Für seine Echtheit können wir uns verbürgen, denn er ist uns eigenhändig zugegangen. Ja, da staunt Ihr – Die Ministerialen sind Grundbesitzer. Wer hätte das gedacht. Dieses Schreiben ist ein semantischer Traum, der sich in Stil und merkbefreiter Dreistigkeit nahtlos einreiht in unsere skandalöse Kette von:

  • Dem handtätowierten Weckerignorierer
  • Frau S. und der Frage, wie sie bitte schön auf’s Dach kommt
  • Frau Susi – Zu Lüge [sic] gezwungen
  • Worum geht es vorliegend? Der Theo schwitzt nachts viel. Danke für die Information – Jetzt fühlen wir uns besser. Und der Theo hat gesagt, dass ein Trockner nicht nötig ist. Wofür auch? Monsieur und Madame trocknen ihre Wäsche ja mithilfe von sechs (!) elektrischen Heizkörpern, die bei 2-6 Wäschetrommeln am Tag vermutlich 24/7 in Betrieb sind. Aber gut, wer viel Stofftücher aus Stoff (Herrlich, das ist wie Amerikaner aus Amerika) benutzt, der muss viel waschen. Und, bitte: Wo ist der Zusammenhang zwischen den Heizkörpern und der Stromrechnung? Die Dinger laufen doch elektrisch, was hat das mit Strom zu tun? Können wir nachvollziehen. Und manchmal sind Dinge schwer zu verstehen, so zwischen „Tür und Angeln“. Sehen wir ebenfalls ein. Doch eins verstehen wir absolut nicht: Nur weil Ihr es schlichtweg nicht kapiert – Warum sollen wir uns darum kümmern? Das wäre doch mal eine Erklärung wert! Aber die seid Ihr uns ja mal wieder schuldig geblieben. Wie die Miete des letzten Monats. Aber egal – Wir haben’s ja. Vermieter sein ist fein…

    Kopie auch in unseren Unterlagen und gewohnt verbindlichst [sic-PA],
    Euer team|skandaloid.com

    ELEGANTE LÖSUNG!

    25. Januar 2006

    Soldaten zu Zugvögeln
    Zur Sonne, zur Freiheit. Es wurde viel darüber diskutiert, wie man das Heer unserer tapferen und aufrechten Verteidiger entschlacken könne. Wie Kosten eingespart und die Effizienz erhöht werden könnten. Brutale Einschnitte, die Schließung von Kasernen und die Ausrüstung der Soldatos mit Steinschleudern waren im Gespräch.
    Unser Redaktionspalast liegt mitten in der Altstadt einer großen deutschen Garnisons-Stadt. Daher haben wir einen echten Bezug zu den Menschen, die im Ernstfall netterweise für uns sterben. Spätestens, wenn es wieder Sold gab und grölend-besoffenes Stiefelträgervolk durch die Kneipen vor unseren Schlafgemächern zieht, spüren wir diesen Bezug hautnah. Und in solchen Momenten können wir die neuen, noch geheimen Pläne der Bundesregierung nur gutheißen.

    Dort plant man nämlich, überschüssiges Rekrutenmaterial kostensensitiv und nutzenmaximiert in Marschflugkörper umzuwandeln. Kanonenfutter waren die Buben ohnehin schon und so machen sie dem Namen endlich soldatisch alle Ehre. Man sieht den Stolz und die freudige Anspannung in ihren Augen: Schon bald werden sie neben dem Swimming-Pool eines Diktators einschlagen oder an die Wände eines Unterdrücker-Bunkers klatschen. Für die Freiheit. Für eine gerechtere Weltordnung. Für einen kleineren Verteidigungshaushalt. Wir sind ja traditionell regierungskritisch. Egal, wer gerade das Ruder in der Hand hält. Aber dieses Mal haben selbst wir notorischen Nörgler nichts zu meckern. Gute Idee, machen wir auch so. [sic-PA] Denn wenn gut, dann immer weiter! [sic-PA]

    DUMM UND DREIST!

    24. Januar 2006

    …ooh, die Kombination mögen wir!
    Dies ist nicht der erste Brief mit fragwürdiger Orthographie und Grammatik, den wir veröffentlichen. Aber es ist mit Sicherheit derjenige mit der höchsten Dreistigkeitsdichte. Früher hätten wir uns ausschließlich über die wirklich katastrophale Rechtschreibung belustigt und den Inhalt links liegen gelassen. Aber unser Leben hat sich geändert und die Prioritäten haben sich verschoben. Aus den Schimmelstudenten von einst sind Menschen geworden, die jeden Tag für ihren Unterhalt arbeiten, Steuern zahlen und Kredite im Nacken haben.
    Und wenn man dann so ein gequirltes Stoffwechselendprodukt wie vorliegend lesen muss, wird man stinkig. Ziemlich stinkig. Der Verfasser dieses Schreibens, ein Doitscher, wie er selbst mitteilt, ist wahrscheinlich einer der Ersten, die gerne Steine auf ausländische Arbeitnehmer werfen würden. Weil das ja alles Sozialschmarotzer sind.

    So, so… Monsieur würde gerne ohne Steuerkarte und ohne Rentenversicherung arbeiten, soweit der Stundenlohn dafür stimmt. Schwarz also. Und im Zweifel parallel zu seinen Hartz-4 Bezügen. Macht nichts. Die bezahlen wir ja. Aber wir sehen es ein: Mit tätowierten Händen ist die Jobsuche nicht ganz einfach. Ein Bankschalter fällt da als Arbeitsplatz wohl raus. Andererseits – Niemand wird gezwungen, sich die Hände mit Permafarbe zu bemalen. Blödschrauber.

    Aber unser Schlauberger hat ja dummerweise noch ein weiteres Handicap. Er kann erst ab mittags arbeiten, weil er morgens den Wecker nicht hört. Na sowas. Hör mal, Du dämlicher Schwachmat – Auch wir können den Wecker morgens kaum hören. Weil wir nämlich noch so müde von der Arbeit des Vortags sind. Und trotzdem quälen wir uns aus der Kiste. Jeden verdammten Tag. Wenn Du Kackbratze noch im Bett liegst.

    Junge, eins steht fest: Bis zum Tag unserer Machtübernahme wissen wir, wer Du bist. Und dann wünschst Du Dir Deine alten Zeiten zurück. Du hast einen Führerschein der Klasse 3? Toll. Bald arbeitest Du in Abteilung 3. Der Normkiesabteilung in den partei-internen Steinbrüchen. Und wer nicht schläft, braucht keinen Wecker. Froindchen. [sic-PA]